EWS Entfernungswerk Straße
Das EWS im Praxiseinsatz

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In jeder Ausschreibung ist es üblich, dass Positionen mit klaren Mengengerüsten beschrieben werden. 1 Mio. cbm Beton sind eine feste Größe, mit der ein Anbieter gut kalkulieren kann – und die es dem Auftraggeber ermöglicht, Angebote leicht zu vergleichen.
Ähnlich verhält es sich mit dem Entfernungswerk Straße.

Das EWS besteht aus einer Ortsdatei und einer dazugehörigen Entfernungsmatrix. Deren Knoten repräsentieren dabei Räume, die in Bezug auf ihre Besiedlungsdichte gebildet wurden. Über diesen »Kunstgriff« bleibt die Anzahl der berechneten Entfernungen mit fast 50 Mio. noch plausibel, eine Berechnung aller zugrunde liegenden Orte untereinander würde zu astronomischen Zahlen führen.

Das für das EWS gewählte Modell bietet für die Entfernungsermittlung im Fernverkehr eine so gute Genauigkeit, dass sie z. B. für Ausschreibungen fast schon als Standard herangezogen werden kann. Und häufig auch so eingesetzt wird, denn 1.000 km nach EWS kann als genauso feste Größe bezeichnet werden wie 1 Mio. cbm Beton.

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    Das Besondere an EWS

    Die regelmäßig mit jedem neuen Release durchgeführte Berechnung der Entfernungsmatrix ist eine aufwendige und zeitintensive Angelegenheit. Und damit nähern wir uns der Besonderheit des EWS, denn dieses Werk erschließt dem Anwender auf einfachste Weise den Raumbezug, ohne dass er ein Geographisches Informationssystem, ein GIS, einsetzen muss. Zur Kalkulation der Entfernungen wird natürlich ein GIS eingesetzt, das auf Basis der hinterlegten Straßendaten eine optimale Route berechnet und die Kilometer in der Matrix ablegt.

    Der Anwender hat dann ein Zahlenwerk an der Hand, das ihm genau diesen Schritt abnimmt – die zeitintensive Berechnung wird durch eine »blitzschnelle« Auswertung des Tabellenwerks ersetzt.

Leistungen rund um das EWS

Das bedeutet, dass das EWS neben der Zeit- auch eine enorme Kostenersparnis bietet:

  • einfache Integration in bestehende Systeme

  • keine Kosten für GIS-Software

  • kein GIS-Know-how erforderlich

  • keine speziell geschulten Mitarbeiter

Das EWS wird schwerpunktmäßig als – immer noch zeitgemäßer (!) – ASCII-Datensatz vertrieben. Aber sowohl in Form als auch Umfang sind damit die Möglichkeiten nicht ausgeschöpft. DDS bietet die Option, das EWS auch direkt in beliebige Systeme zu integrieren, z. B. in SAP, Oracle-Datenbanken oder in Softwarelösungen. Oder aber das Prinzip des EWS wird abgewandelt und in individuellen Entfernungslisten umgesetzt – einer Einsatzform, die wir im Folgenden noch etwas näher erläutern.

Unschärfen vermeiden – Einsatzmöglichkeiten des EWS

Grundsätzlich ist das EWS eine Lösung für Logistik und Transport mit dem Ziel, Entfernungen für Frachtberechnungen zu ermitteln und Aufträge zu überprüfen. Doch die Integration der Entfernung kann auch in zahlreichen anderen Fällen eine wichtige Rolle spielen, wie wir anhand von zwei Beispielen verdeutlichen wollen.

Vor allem eines muss man sich dabei vor Augen halten: Die tabellen- oder datenbankbasierte Methode für Analysen und Auswertungen ist weit verbreitet. In vielen Fällen spielt der Geoaspekt keine oder nur eine untergeordnete Rolle, da das Fachwissen oder die Möglichkeiten schlichtweg nicht vorhanden sind. Mit einer Entfernungsmatrix können auf einmal Unschärfen – z. B. in der Betrachtung von Erreichbarkeiten oder Einzugsgebieten – vermieden werden, die sonst als gegeben hingenommen werden.


Beispiel: Standortberechnungen

Ein Baustofflieferant hat in Deutschland 8 Produktionsstandorte. Für diesen Kunden hat DDS individuelle Entfernungslisten berechnet, die von allen 8 Standorten zu allen Orten in Deutschland die exakte Distanz ausgibt, in der Summe also knapp 930.000 Entfernungen.

Dieses Modell verzichtet auf die Knotenbildung und ermöglicht so sehr genaue Berechnungen der Frachtkosten. Angenommen also, ein Kunde fragt nach einer bestimmten Menge Verbundpflaster. Im nächstgelegenen Produktionsstandort ist dieses Produkt nicht vorrätig und nur innerhalb von 4 Wochen lieferbar, in einem anderen Werk aber ist es auf Lager. Nun kann der Hersteller anbieten, dass der Kunde auf die Produktion warten oder dass er die Ware aus dem anderen Werk beziehen möchte, dann aber mit höheren Frachtkosten.

Natürlich wäre dieses Beispiel auch direkt mit dem EWS zu realisieren, aber durch die feste »Verdrahtung« der Produktionsstandorte ist es möglich, auf einem feineren Netz zu arbeiten und damit auch präzisere Entfernungen zu ermitteln – ein Vorteil vor allem bei kürzeren Distanzen.


Beispiel: Potenzialermittlung mit Entfernungslisten

Ein Kunde sucht Standorte für Vergnügungsbetriebe. Vorgabe ist, dass die Kunden maximal 45 Minuten Fahrzeit auf sich nehmen, um den Standort zu erreichen.

Für diese Aufgabenstellung wurde für alle rund 12.000 Gemeinden in Deutschland eine Entfernungsmatrix berechnet. Ausgehend vom Mittelpunkt einer Gemeinde ergaben sich somit 12.000 sich überlappende Gebiete mit einer jeweiligen Fahrzeit von 45 Minuten zum potenziellen Standort. Aber welche der berechneten Einzugsgebiete erreichen die Anzahl Einwohner, die für einen Betrieb mindestens erforderlich sind?

Da zu jeder Gemeinde die Einwohnerzahlen vorliegen, war es ein Leichtes, diesen Filter zu setzen und das Ergebnis auf rund 2.000 Gebiete zu reduzieren. Über die weitere Verknüpfung mit entsprechenden Adressbeständen wurde die Bestandsdichte von vergleichbaren Betrieben analysiert. Die Gebiete mit der geringsten Dichte – so das Ergebnis – erwiesen sich somit als die potenziell besten Standorte.

Ohne den Einsatz eines GIS-Systems war es möglich, auf diese Weise für ein ganzes Land eine Abschätzung der Standorteignung vorzunehmen – schnell und für die Aufgabenstellung mit absolut ausreichender Genauigkeit. Wenn diese Eingrenzung erfolgt ist, bietet sich für feinräumigere Gebietsanalysen der Einsatz von entsprechenden Geo-Werkzeugen wie PTV Map&-Market und anderen an, aber keine dieser Lösungen hätte Vergleichbares in der Zeit und zu den Kosten erreichen können.

Die Beispiele sollen nicht vom Haupteinsatzgebiet des EWS ablenken. Diese Rolle ist unstrittig und hat sich in der Bedeutung als »Quasi-Standard« auch manifestiert. Aber sie sollen aufzeigen, dass die Einfachheit der Integration und die Leichtigkeit und Schnelligkeit dieser datenbankbasierten Methode noch viel Potenzial in sich birgt. Und sie sollen Ihre Phantasie wecken.


Beispiel: EWS, Bing Maps und Containerlogistik

Im Jahr 2001 wurde der Bremer Lösungsanbieter indiwa gegründet. Mit seinen Softwarelösungen für Containerlogistik hat das Unternehmen von Anfang an konsequent auf internetbasierte Software gesetzt. Welche Geo-Komponenten in das System eingeflossen sind, welche Besonderheiten die Containerlogistik bietet und warum es letztendlich ruhiger wurde, lesen Sie hier.

  • 90 % der Stückgüter des Welthandels werden nach Wikipedia mit Containerschiffen transportiert. Lag die Ladekapazität in den 70er Jahren noch bei ca. 3.000 20-Fuß-Containern, so kann das derzeit größte Schiff bereits 9.000 Container fassen. Und sobald diese »Riesen« am Pier liegen, gibt es jede Menge logistischer Herausforderungen. »Unsere Kunden sind verantwortlich für die Verteilung der Container«, erläutert Stefan Peters, indiwa-Geschäftsführer. »Ob auf Binnenschiff, Bahn oder Lkw – vom Hafen aus wird die Ladung in ganz Deutschland und darüber hinaus verteilt.« Die Containerlogistik weist dabei einige Besonderheiten in der Organisation und Durchführung auf: Neben der Menge, die bewegt wird, ist es vor allem die Herausforderung, jederzeit über den Standort eines Containers informiert zu sein.

Gewusst wo – mit Bing Maps

Die Weets Gruppe, ein Speditionsunternehmen aus Emden mit Schwerpunkt Containerlogistik, beliefert unter anderem den Volkswagenkonzern. Wenn dort pro Tag mehrere Hundert Container eintreffen, so muss die Logistik des Be- und Entladens im Werk auch präzise geplant werden. Um beiden Beteiligten eine schnelle und komfortable Übersicht zu bieten, hat indiwa in die »Weets-Net« genannte Software das Kartenmaterial des Bing-Maps-Web-Service integriert. »Die Fahrzeuge sind mit Telematik- Systemen ausgestattet, die jederzeit Informationen zum Standort des Fahrzeugs liefern«, präzisiert Stefan Peters. »Im Ortungsmodul unserer Software erscheint auf der hinterlegten Bing-Maps-Karte der aktuelle Standort des Containers und die komplette Route.« So kann jederzeit der Kunde präzise informiert werden. Optional wäre auch der direkte Blick des Kunden auf die Karte möglich – einer der vielen Vorteile einer internetbasierten Lösung.

Bing Maps hat sich als ideale Lösung angeboten aufgrund der relativ einfachen Einbettung, dem attraktiven Preis und der Tatsache, dass mit DDS ein persönlicher Ansprechpartner zur Verfügung stand.

Tourenplanung? EWS!

Container gehören den Reedereien und werden von diesen gemietet. Im System von indiwa werden daher auch die Containernummern erfasst. Somit ist es nicht nur möglich, den Standort des Containers nachzuverfolgen und auf dieser Basis auch die Abrechnung mit den Reedereien zu bewerkstelligen, auch die Anmeldung der Fracht bei den Reedereien ist nahtlos integriert. Wenn ein Unternehmen einen Transportauftrag erhält, so liegt dem ein Angebot zugrunde, das den Weg von A nach B kalkuliert hat. Wie dann der Fahrer fährt, ist im Endeffekt zweitrangig.

»Es gibt in der Regel keine Zwischenstationen, daher spielt eine Tourenplanung nur eine untergeordnete Rolle«, so Stefan Peters. Und deswegen ist auch das EWS, das Entfernungswerk Straße, eine ideale Grundlage für die Angebotskalkulation. Bereits seit 2005 integriert indiwa das EWS in sein Auftragsmodul. Vor der Einführung hat das Unternehmen zunächst die Entfernungsermittlung über Routenplanungssysteme getestet. Das EWS hat sich nicht nur als erheblich schneller erwiesen, auch das einmalige Hinterlegen im System und die damit ständige Verfügbarkeit erwiesen sich als großer Vorteil. »Und natürlich die Chance zur Standardisierung «, ergänzt Stefan Peters. »Die Abrechnung erfolgt im Containergeschäft häufig über Pauschalen, für die sich durch das EWS plausible Datengrundlagen ermitteln lassen.«

»Bin gleich da«

Bleibt zum Schluss nur noch zu klären, warum das Containergeschäft mit der Einführung der indiwa-Systeme ruhiger geworden ist. »Wenn Sie früher ein Büro der Auftragsverwaltung betreten haben, so konnte dort schon ein ordentlicher Lärmpegel herrschen.« Stefan Peters spricht aus Erfahrung. »Ständig wollten Kunden wissen, wo die Fahrer sind, also hieß es anrufen, Standort ermitteln, bei schlechter Verbindung auch mal mit hoher Lautstärke, dann wieder Kunden anrufen. Jetzt genügt Dank Telematik und Bing Maps ein Blick auf die Karte. Und das ist wirklich ›hörbar‹!« Und es gibt noch einen Vorteil: Die Angaben sind präziser. Hieß es früher vom Fahrer »Bin gleich da«, so konnte das 10 km vor dem Ziel bedeuten – oder auch 100 km. Und auch das spart wieder Anrufe des Kunden (»Wo bleibt er denn?«) und trägt somit zu mehr Ruhe bei.