Newsletter 05/2015: m4guide
Sichere Wege für Blinde

Mit m4guide hat die IVU Traffic Technologies mit verschiedenen Partnern ein barrierefreies Navigationssystem für Blinde und Sehbehinderte geschaffen. Beim diesjährigen DDS Data Days Praxisforum wurde die Vorstellung des innovativen Forschungsprojekts mit großem Interesse aufgenommen.

Das DDS Data Days Praxisforum bietet ein breites Themenspektrum und lockt immer wieder auch mit überraschenden Vorträgen über sehr innovative Projekte. "Dieses Jahr gehörte das Fußgängernavigationssystem für Blinde und Sehbehinderte der IVU Traffic Technologies dazu", sagt Ernest McCutcheon. "Viele Besucher unserer DDS Data Days fanden dieses Thema besonders spannend, weil es die Fülle an Anwendungsmöglichkeiten für raumbezogene Daten sehr gut veranschaulicht."

Tatsächlich schaffte es Oliver Schaefer von der IVU problemlos, die Zuhörer für das von ihm vorgestellte Forschungsprojekt m4guide zu begeistern. Gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hat die IVU gemeinsam mit verschiedenen Partnern ein neuartiges Navigationssystem (m4guide) entwickelt, mit dem sich auch blinde und sehbehinderte Personen sicher von Tür zu Tür in einer ihnen unbekannten städtischen Umgebung zu Fuß, mit öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Bahnhöfen und Bürgerämtern bewegen können. "Wir standen dabei vor verschiedenen Herausforderungen", berichtete Oliver Schaefer. "Konnten aber die meisten lösen." Zum einen war da das Datenmodell, das Daten – zu über 70 Objekten von Ampeln über Hindernisse bis zum Straßenbelag – aus sehr unterschiedlichen Quellen verarbeiten muss, gleichzeitig aber auch die Erhebung und Pflege der Daten ohne Probleme ermöglichen sollte. "Außerdem müssen die Daten kompatibel sein mit anderen Systemen, zum Beispiel mit bestehenden Geoportalen der jeweiligen Gemeindeverwaltungen", erklärte Oliver Schaefer.

Eine weitere besondere Aufgabe war die Zielführung. "Durch die spezielle Zielgruppe der Blinden und Sehbehinderten kommt die klassische Kartennavigation nicht infrage", so der Diplom-Geograph weiter. "Wir mussten alle wichtigen Zielführungsinformationen in sinnvolle Texte fassen. Und letztlich mussten wir auch die Möglichkeit schaffen, Echtzeitinformationen zu integrieren." Schließlich seien Angaben zu Baustellen oder anderen temporären Hindernissen gerade für Blinde relevant. Aber auch die Abweichungserkennung sei ein wichtiges Thema gewesen. "Das System ist in der Lage zu erkennen, wenn der Nutzer sich abseits der vorgeschlagenen Route bewegt, und entsprechend zu reagieren – angefangen von einem Warnton bis zu einer eventuell nötigen Neuberechnung der gesamten Tour."

Derzeit befindet sich das Projekt in der finalen Testphase und wird im April 2016 abgeschlossen sein. Besonders erfreulich für Oliver Schaefer und alle Beteiligten ist, dass der Berliner Senat bereits den Auftrag erteilt hat, die nötigen Daten für eine Ausweitung vom bisherigen Testgebiet Berlin-Mitte auf die gesamte Stadt zu erheben. "So wird aus ambitionierten Forschungsvorhaben Realität. Und wir von DDS begleiten das mit großem Interesse", resümiert DDS-Geschäftsführer Ernest McCutcheon.

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