Newsletter 01/2016: Kurzinterview Norbert Weber

Norbert Weber ist Business Development Manager bei Motionlogic. Das Berliner Unternehmen ist eine 100-prozentige Tochter der Deutschen Telekom und entstand vor knapp drei Jahren aus den Telekom Innovation Laboratories, dem unternehmensinternen Forschungs- und Entwicklungsbereich. Motionlogic vertreibt fundierte Analysen von Verkehrs- und Bewegungsströmen, die auf anonymen Signalisierungsdaten aus dem Mobilfunknetz basieren.

Herr Weber, wie ist Motionlogic darauf gekommen, aus den Mobilfunkdaten Aussagen zur Mobilität der Bevölkerung in Deutschland zu generieren?

"Wir haben uns gefragt, warum sollen die Daten, die für das Netzmanagement erhoben werden, nicht weiter genutzt werden. Das ist schließlich ein riesiges Potenzial – und das wollten wir erschließen und sinnvoll nutzen."

Ist Ihnen das gelungen?

"Ja, definitiv. Fast jeder telefoniert täglich mit dem Handy, schickt eine SMS oder nutzt das mobile Internet. Die Anzahl der Aktivitäten in den Netzen werten wir statistisch aus. Dadurch ist es möglich, tagesaktuell anonyme Aussagen über Verkehrs- und Bewegungsströme zu treffen, die bisher kaum erhoben werden konnten. Die Bewegungsströme können außerdem mit sozio-demographischen Merkmalen angereichert werden, wodurch Aussagen über die Altersgruppen, die Geschlechterverteilung oder den Wohnort der Verkehrsteilnehmer möglich werden."

Das klingt nach sehr sensiblen Informationen. Wie gewährleisten Sie den Datenschutz?

"Datenschutz wird bei uns natürlich ganz groß geschrieben. Die Prozesse zur Datenverarbeitung wurden in enger Abstimmung mit der Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit – kurz BfDI – entwickelt. Wir arbeiten mit anonymisierten Daten, die zu Gruppen zusammengefasst werden. Ein Rückschluss auf einzelne Individuen ist nicht möglich. So fließen zum Beispiel keinerlei persönliche Daten wie Name oder Telefonnummer in die Auswertung mit ein; lediglich die Funkzelle, die Zeit und die sozio-demographischen Angaben zu Altersgruppe, Geschlecht und PLZ des Wohnorts werden ausgewertet."

Und wofür konkret kann man die Daten nutzen?

"Sie sind zum einen Grundlage für den neuen DDS-Mobilitätsatlas, der auf der standardisierten Raumbezugsebene des DDS DATA GRID zeigt, wo in Deutschland überdurchschnittlich bzw. unterdurchschnittlich viele Menschen unterwegs sind. Damit lässt sich etwa eine Standortvorauswahl für verkehrsrelevante Nutzungen treffen. Wer es dann noch genauer wissen will, kann unsere Ausgangsdaten nutzen, die zeigen, wie viele Personen zu bestimmten Zeiten bestimmte Orte passieren."

Gibt es schon konkrete Anwendungsbeispiele?

"Ja, sogar sehr erfolgreiche. Die Telekom-Shops in Kroatien haben die Daten genutzt, um ihre Öffnungszeiten zu optimieren. So konnte durch eine Anpassung an das Passantenaufkommen eine Steigerung der Besucherzahl um 13 Prozent erreicht werden."

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg weiterhin!

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